Eigentlich
Eigentlich

Eigentlich

Eigentlich hatte ich immer gedacht, es müsste doch andere Wege geben, den Frieden zu sichern, als dem Gegner riesige Waffenarsenale vor die Nase zu halten und dabei gleichzeitig in dessen Kanonenrohre zu schauen.

Eigentlich.

Eigentlich glaube ich das immer noch, aber dann kommt einer, dem ist das alles egal und er bombt und massakriert einfach. Dann bin ich mir auch nicht mehr sicher, was der beste Weg ist.

 

Eigentlich bin ich der Meinung, dass man mit 100 Milliarden Euro viel, sehr viel Gutes und Sinnvolles tun könnte. Und dass das Sinnloseste, das man damit machen kann ist, eine Armee konventionell hochzurüsten, wenn der Gegner mit Atomschlägen droht.

Eigentlich.

Eigentlich glaube ich das immer noch, aber dann kommt einer, der macht uns so viel Angst, dass uns nichts mehr Besseres einfällt, als wehrhafter zu werden.

 

Eigentlich bin ich ein friedliebender und friedlicher Mensch, der Gewalt als Mittel der Problemlösung ablehnt.

Eigentlich.

Aber dann kommt einer, der exzessiv Gewalt ausübt, der unvorstellbares Leid über unschuldige und wehrlose Menschen bringt. Der jeder Vorstellung von einem zivilisierten Menschsein Hohn spricht. Und dann erwische ich mich dabei, wie mein Hirn alle erdenklichen Todesarten durchspielt, die diese Person ereilen könnten. Und keine davon ist auch nur ansatzweise zivilisiert.

 

Eigentlich merke ich gerade, dass diese Gewalt hochinfektiös ist. Ansteckender als jedes Virus. Und eigentlich sollte ich mich davor schützen.

Eigentlich.

Aber es gibt keine Impfung dagegen, keine Maske schützt davor und kein Händewaschen, erst Recht nicht in Unschuld.

Es hilft nur, mich auf das Eigentliche zu besinnen.

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